Glossar

A

agile Methoden

Dabei handelt es sich um eine Art der Softwareentwicklung, bei der einem ursprünglichen Projektdesign mithilfe von Iterationen neue Funktionalitäten hinzugefügt werden. Nach jeder Iteration, die im agilen Umfeld Sprints genannt werden, wird eine aktualisierte, getestete und potenziell lieferbare Version der Software präsentiert. Zudem entscheiden die Projektbeteiligten über den Inhalt der nächsten Iteration, in der das Feedback der Benutzer und des Teams sowie weitere relevante Aspekte berücksichtigt werden.

Anders als beim Wasserfallmodell können bei agilen Methoden zu jeder Zeit Veränderungen implementiert werden, die insbesondere bei ersten Produktversionen auf dem Feedback der Benutzer und Kunden basieren. Durch diese Herangehensweise ist die Erfüllung der Kundenerwartungen und der Marktanforderungen gewährleistet.

Agile Methoden unterscheiden sich meist in der Länge ihrer Iterationen (1-4 Wochen), der Art der Aktivitäten und den resultierenden Liefergegenständen.

 

Siehe auch: scrum, extreme programming, feature-gesteuerte entwicklung, dynamic systems development method, lean-softwareentwicklung, wasserfallmodell, methoden der „crystal“-familie | Verwandte Artikel:wie bei scaled agile fortschritt gemessen wird: interview mit johanna rothman , wasserfallplanung und agile planung, hybrides agile-stage-gate-modell: das beste aus beiden für neuproduktentwicklung , webinar: mit agile die produktentwicklung beschleunigen, planisware enterprise-demo: agile in der produktentwicklung mit stage-gate

Agile Stage-Gate

Dies ist eine Weiterentwicklung des Stage-Gate-Prozesses. Agile Stage-Gate kombiniert den Aufbau des klassischen Stage-Gate-Prozesses mit den kurzen Iterationszyklen der agilen Methoden (meist dem Vorgehensmodell Scrum entnommen).

Beim Agile Stage-Gate ist das Ziel, häufiges und schnelles Feedback von Kunden und Benutzern einzuholen, indem mithilfe des Timeboxing Iterationen in kurzen Abständen eingeführt werden. Dadurch können die Entwicklerteams die Software schnell den Marktanforderungen anpassen und die Entwicklung von Funktionalitäten priorisieren, die für das Unternehmen und seine Kunden den höchsten Mehrwert erzielen.

Siehe auch: agile methoden, stage-gate®, scrum | Verwandte Artikel:planisware enterprise-demo: agile in der produktentwicklung mit stage-gate

B

Burn-Down-Chart

Dabei handelt es sich um die bei agilen Methoden verwendete grafische Gegenüberstellung von Restaufwand und Zeit.

In einem gängigen Burn-Down-Chart wird die noch zu erledigende Arbeit (Funktionalitäten, Ideal Days, Team Days) auf der vertikalen Achse und die Zeit (Tage, Iterationen, Sprints) auf der horizontalen Achse dargestellt.

Anhand von Burn-Down-Charts kann der aktuelle Projektfortschritt genau mit dem geplanten Projektfortschritt verglichen werden. Zudem werden damit potenzielle Terminüberschreitungen und Probleme im Workflow leicht ersichtlich. 

 

Siehe auch: agile methoden, scrum

D

design for X (DfX)

Dabei handelt es sich um Methoden, die auf die Integration von Veränderungen und Optimierungen in den späteren Entwicklungsphasen eines Produkts ausgelegt sind. Das X dient als Platzhalter für den Aspekt, der optimiert werden soll. Zu solchen Methoden gehören zum Beispiel DFM (Design for Manufacturability), bei der die schlichte Herstellung eines Produkts im Vordergrund steht; DFR (Design for Reliability), bei der die Lebensdauer eines Produkts für eine bestimmte Zeit gewährleistet wird; oder DFL (Design for Logistics), bei der die logistischen Kosten gering gehalten werden.
DfX ist auch als Design for eXcellence bekannt.

Disruptive Technologie

Das sind Innovationen, die bestehende Produkte oder Dienstleistung vollständig vom Markt verdrängen oder die Dynamik und Struktur eines bestehenden Marktes stark beeinflussen, indem sie überraschend einfallsreiche Änderungen an einem Produkt, einer Dienstleistung, einem Prozess oder einer Technologie vornehmen. Oftmals führen diese Änderungen eine gewisse Schlichtheit (und Benutzerfreundlichkeit), Erschwinglichkeit, Bequemlichkeit oder Zugänglichkeit in einen Bereich ein, in dem bestehende Produkte meist komplex oder teuer sind.

Die disruptive Technologie stellt ein großes Risiko dar. Je unerwarteter sie auftreten, desto schwieriger ist es, Ihre Auswirkungen zu kompensieren. Eine Menge Blue-Chip-Unternehmen mussten aufgrund der Folgen der disruptiven Technologie schließen.

 

 

Siehe auch: sustaining innovation | Verwandte Artikel:dr. robert coopers meinung zum innovationsmanagement und zur zukunft des stage-gate-konzepts, dr. robert cooper teilt mit uns weitere einblicke in innovationprozesse und die zukunft der stage-gate-theorie

DMADV-Methodik (Define – Measure – Analyse – Design – Verify) (DMADV)

Dies ist eine Methode zur Entwicklung neuer Dienstleistungen, Produkte oder Verfahren, bei der die Six-Sigma-Qualität erreicht werden soll.

Die DMADV-Methodik ist aus fünf verschiedenen Phasen zusammengesetzt: 1) Define - das Problem, das Ziel und die Kundenbedürfnisse festlegen, 2) Measure - die zu quantifizierenden Parameter erkennen, einen Weg finden, sie zu messen, und anschließend Daten zu sammeln, 3) Analyse - die Optionen analysieren und Alternativen entwickeln, 4) Design - die gewählte Alternative anhand der Ergebnisse des letzten Schritts entwickeln. 5) Verify - Die Umsetzbarkeit der Entwicklung bestätigen und mit der Produktion/dem Vertrieb beginnen.

 

 

Siehe auch: produktentwicklung, stage-gate-prozess, stage-gate®

Dynamic System Development Method (DSDM)

Dabei handelt es sich um ein umfangreiches agiles Regelwerk zur Projektabwicklung, das hauptsächlich der Lieferung von Funktionalitäten unter hohem Zeitdruck und Budgetbeschränkungen dient und auch außerhalb von Softwareprojekten verwendet werden kann.

Die acht Grundsätze der DSDM stützen sich auf die Lieferung von Funktionalitäten in kurzen Intervallen, die den aktuellen Geschäftsbedürfnissen entsprechen. Sie stellen sicher, dass zwischen den Teams klar kommuniziert wird und dass das Team motiviert ist, Entscheidungen zu treffen und frühe und regelmäßige Testphasen durchzuführen, um eine hohe Qualität zu gewährleisten. Außerdem sollten sie offen für Änderungen sein und diese ggf. auch übernehmen und den Projektverlauf überwachen und dokumentieren, damit für eine regelmäßige Kontrolle gesorgt ist.

 

Siehe auch: agile methoden, scrum, extreme programming, feature-gesteuerte entwicklung, lean-softwareentwicklung, methoden der „crystal“-familie

E

Earned-Value-Analyse (EVM)

Dies ist ein Bewertungsverfahren, anhand dessen der Projektfortschritt beurteilt, auf Abweichungen des Terminplans oder der Budgetreferenzen aufmerksam gemacht und der Fertigstellungstermin sowie die Gesamtkosten prognostiziert werden können.

Bei der Earned-Value-Analyse geht es um die Messung und Verfolgung des Fertigstellungswerts, aufgrund dessen die geleistete Arbeit bemessen wird. Der Fertigstellungswert wird mit dem Planfertigstellungswert (die Arbeit, die bis zu diesem Zeitpunkt geleistet werden sollte) und den Ist-Kosten verglichen.

Die Earned-Value-Analyse ist momentan eine der Best Practices im Projekt- und Programmmanagement. Das Verteidigungsministerium und das Energieministerium der Vereinigten Staaten, die NASA, die Federal Aviation Administration und andere Behörden haben die Earned-Value-Analyse als zentrales Tool für die Verwaltung und Leistungsmessung ihrer Beschaffungsprogramme herangezogen.

 

Siehe auch: earned value management system

Earned Value Management System (EVMS)

Dies sind Tools und Verfahren zur Planung und Kontrolle eines Projekts oder eines Programms mithilfe der Earned-Value-Analyse.

Für die effiziente Anwendung eines EVMS müssen Kostenverwaltung, Terminplanung, Arbeitsumfang und Bewertungsverfahren zur Fortschrittsbewertung des Projekts oder Programms mit eingebunden werden. Zusätzlich werden Methoden der Earned-Value-Analyse verwendet, um das Projekt zu überwachen, auf Probleme aufmerksam zu machen und dabei zu helfen, Korrekturen oder spezifische Minderungsmaßnahmen zu implementieren.

 

Siehe auch: earned-value-analyse

Effizienter Rand (Efficient Frontier)

Dabei handelt es sich um eine Methode aus der Portfoliotheorie zur optimalen Portfolioauswahl. Anhand gegebener Initiativen wird das am besten geeignete Projektportfolio ermittelt, anhand dessen der höchste Wert für das Unternehmen auf jeder Investitions- oder Ressourcenebene erzielt werden kann.

Verwandte Artikel:planisware enterprise-demo: produktportfolio mit der efficient frontier methode optimieren, dr. richard bayney spricht über portfoliooptimierung

Enterprise Agile Framework

Dies ist eine agile Methode, die bei der unternehmensweiten Integration von agilen Prinzipien und Methoden verwendet wird und Projektmanager bei der Verwaltung der zahlreichen und großen agilen Projektteams (hunderte bis tausende von Teammitgliedern) unterstützt. Gleichzeitig erfüllt es weiterhin seine Rolle als agile Entwicklungsmethode

Siehe auch: agile methoden | Verwandte Artikel:wie bei scaled agile fortschritt gemessen wird: interview mit johanna rothman , wasserfallplanung und agile planung, dr. robert cooper teilt mit uns weitere einblicke in innovationprozesse und die zukunft der stage-gate-theorie, die strategie einer führungskraft zur erfolgreichen agilen transformation & nachhaltigkeit, planisware enterprise-demo: agile in der produktentwicklung mit stage-gate, webinar: mit agile die produktentwicklung beschleunigen

Enterprise Project Portfolio Management (EPPM)

Dies ist ein ganzheitliches Konzept des Projektmanagements oder Produktportfoliomanagements auf höherer Ebene. Das EPPM umfasst verschiedenartige Portfolios, wie etwa Neuprodukt-Portfolios, Projektportfolios zur Kosteneinsparung, bestehende Produktportfolios und Technologieportfolios. Für dieses Konzept wird meist die strategische Verwendung und Implementierung einer ganzheitlichen Projektmanagement-Software (z. B. Planisware) empfohlen, da das EPPM eine umfangreiche End-to-end-Lösung zur Verarbeitung von Informationen in Echtzeit voraussetzt.

 

 

Extreme Programming (XP)

Dies ist eine der ersten agilen Softwareentwicklungsmethoden, die eher auf Entwicklungskompetenzen als auf komplexem Projektmanagement aufgebaut ist.

Beim Extreme Programming liegt der Fokus auf der Lieferung qualitativ hochwertiger Produkte. Dabei stehen Kommunikation, Einfachheit, Feedback und auch Mut im Vordergrund. Der Kunde wird bei der Festlegung und Priorisierungen der zu entwickelnden Funktionalitäten per Story Cards stark eingebunden, während das kleine (12 Mitarbeiter oder weniger), selbstständige und eng zusammenarbeitende Entwicklungsteam regelmäßige Testläufe durchführt, Planungen aufstellt und kurze Feedbackschleifen nutzt, um eine funktionsfähige Software in sehr kurzen Intervallen auszuliefern (1 – 4 Wochen).

 

Siehe auch: agile methoden, scrum, feature-gesteuerte entwicklung, dynamic system development method, lean-softwareentwicklung, methoden der „crystal“-familie

F

Feature-gesteuerte Entwicklung (FDD)

Hierbei handelt es sich um eine agile Softwareentwicklungsmethode, die für Projekte mit größerem Umfang geeignet ist (ermöglicht die simultane Arbeit mehrere Teams an einem Projekt) und anhand eines Feature-Plans organisiert wird.

Bei der feature-gesteuerten Entwicklung beginnt ein Projekt mit der Erstellung eines Domänenmodells, das bis auf seine Funktionalitäten zerlegt wird. Diese Funktionalitäten können jeweils in weniger als zwei Wochen (normalerweise 1 – 3 Tage) implementiert werden. Jede Funktionalität wird dann im Rahmen eines iterativen und inkrementellen Verfahrens geplant und entwickelt. Der Projektfortschritt wird anhand einer zentralen Feature-Liste farblich gekennzeichnet und das Objekt mit jeder Iteration aktualisiert.

 

 

Siehe auch: agile methoden, scrum, extreme programming, dynamic system development method, lean-softwareentwicklung, methoden der „crystal“-familie

I

Ideenmanagement

Das Ideenmanagement umfasst im Grunde genommen die Generierung, Entwicklung und Kommunikation von Ideen.

In Bezug auf das Projektmanagement hat das Ideenmanagement eine umfangreichere Bedeutung und umfasst die Bewertung, Auswahl und Gegenüberstellung geeigneter Ideen und das Gruppieren und Verschmelzen dieser Ideen zu neuen Initiativen oder Erweiterungen bestehender Projekte.

Das Ideenmanagement spielt im Projektmanagement eine zentrale Rolle, da es die Innovationskapazitäten eines Unternehmens fördert und somit die Nachhaltigkeit und die Erneuerungsquote seiner Portfolios steigert. Im Rahmen des Ideenmanagements kann ebenfalls erkannt werden, ob ein Projekt erfolgsversprechend ist oder nicht. Denn empirische Studien belegen, dass sich Fehler bei der Konzeption verheerend auf das Projekt auswirken können.

 

 

Initiative

Hierbei handelt es sich um eine (Vor-)Phase im Projekt, in der das Projekt noch nicht gestartet wurde und noch keine Ressourcen zugewiesen wurden. Initiativen umfassen wiederum Ideenprojekte und Ideenkampagnen, also Projekte oder Kampagnen zum Sammeln neuer Ideen für zukünftige Projekte.

K

Kapazitätsplanung

Die Kapazitätsplanung umfasst Werkzeuge, Strategien und Methoden, die zur Abschätzung der benötigten Produktionsmenge oder der benötigten Ressourcen verwendet werden, um der erwarteten Nachfrage kurz-, mittel- und langfristig gerecht zu werden.
Mit diesen Kerndaten kann ein Unternehmen die entsprechenden Ressourcenanforderungen berechnen (Ausrüstung, Personal, Anlagen, Systeme), ungenutzte Ressourcen oder Überproduktion auf ein Minimum senken und Ressourcen- bzw. Produktengpässe verhindern.
Einige Vorgehensweisen bei der Kapazitätsplanung umfassen Lead Strategy (Kapazitäten werden erweitert, um einer erwarteten Steigerung der Nachfrage entgegenzuwirken), Lag Strategy (Produktionsmenge wird angepasst, sobald die Nachfrage steigt oder sinkt) und Match Strategy (Kapazitäten werden erweitert, sobald ein Wachstum der Nachfrage erkennbar ist, um dem Trend voraus zu sein).

Siehe auch: strategische planung | Verwandte Artikel:planisware enterprise-demo: demand und supply für ressourcen steuern, planisware enterprise-demo: taktisches ressourcenmanagement

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