Die Rolle des PMO hinsichtlich Agile

Obwohl die agile Methode bereits weit verbreitet ist und es eine große Anwender-Community gibt, fällt es vielen Unternehmen noch schwer, die Vorteile von Agile zu erkennen.

Seit ihrer Entstehung in den frühen 2000er Jahren hat sich Agile von einer teambasierten Verwaltung hin zu komplexeren agilen Frameworks wie SAFe (Scaled Agile Framework), LeSS (Large Scale Scrum), DAD (Disciplined Agile Delivery) oder Nexus weiterentwickelt.

Viele Unternehmen, die agile Praktiken bereits implementiert haben, sind sich jedoch der Vorteile noch nicht umfassend  bewusst.

Im folgenden Auszug aus dem Webinar „How Agile PMOs can support Financial Planning” zeigt Margo Visitacion, Vize-Präsidentin und Chef-Analystin bei Forrester, einem der führenden Marktforschungsunternehmen im IT-Bereich, auf, wo die Erwartungen und die tatsächlichen Vorteile in Bezug auf Agile auseinanderklaffen und warum dem PMO beim Überbrücken dieser Kluft eine entscheidende Rolle zukommt.

 

 

Wie kommt es zu dieser Kluft?

1. Bei den Vorteilen von Agile wird oft übertrieben: Um für die Einführung agiler Methoden zu werben, preisen Agile-Befürworter meistens eine Produktivitätssteigerung von 10 %, 20 %, 30 % oder mehr an. Dies ist jedoch häufig übertrieben, da diese Vorteile meist nicht auf größere Teams übertragbar sind.

2. Die Vorteile von Agile sind oft sehr subtil und nur schwer messbar: Was z. B. oft vergessen wird, ist, dass das Agile-Team durch das Feedback, das es erhält, zielgerichteter arbeitet und weniger Zeit für nicht benötigte Funktionalitäten (YAGNI, „You Ain’t Gonna Need It“) aufwendet. Neben niedrigerer Produktivität sehen sich größere Teams sowohl bei Projekt- als auch Produkterweiterungen auch mit komplexeren Aufgaben konfrontiert, die ein höheres Risiko mit sich bringen. Dies wurde bereits von Quantitative Software Management (QSM), einem führenden Softwareprüfungsunternehmen, in verschiedenen Studien untersucht (lesen Sie hier, was QSM unter erfolgreicher Projektlieferung versteht).

3. Agile Methoden bedürfen oft einer neuen Denkweise: Veränderungen sind immer schwierig, vor allem auf organisatorischer Ebene. Und oftmals hält man schlicht aus Gründen der Einfachheit an Gewohnheiten, Prozessen und klassischen Wasserfall-Projektmanagement-Denkansätzen fest.

Johanna Rothman, eine der führenden Beraterinnen für Agile, befasst sich in ihrer Präsentation eingehend mit den Herausforderungen, mit denen sich Unternehmen bei der Umstellung auf Lean- Prinzipien konfrontiert sehen.

Einige Bereiche der Unternehmensführung sind noch nicht auf die Implementierung von agilen Methoden auf höherer Ebene ausgerichtet. Dies trifft beispielsweise auf die Bereiche Finanz- und Ressourcenplanung zu, wie Margo Visitacion im Webinar erläutert.